
Sitzt Ihre Brille gut und ist die Fassung intakt, kann ein Optiker neue Gläser passend zu Form und Größe einsetzen. Der Optiker prüft, ob die Fassung zu den neuen Gläsern passt und die Bearbeitung übersteht.
Lassen Sie Ihre Sehstärke vor der Bestellung von einem Optiker messen, wenn Ihre Werte veraltet sind. Auch die Zentrierung muss zu Ihren Augen und der Fassung passen: Sie legt fest, wo Sie durch die Gläser schauen.
Wann sich neue Gläser lohnen
Eine Neuverglasung kommt infrage, wenn Ihre Fassung bequem sitzt und unbeschädigt ist. Sie eignet sich zum Beispiel, wenn sich Ihre Sehstärke geändert hat oder die bisherigen Gläser verkratzt sind. Auch eine Lieblingsfassung, die weiterhin gut passt, kann ein Grund sein, sie zu behalten.
Vergleichen Sie trotzdem den Gesamtpreis mit dem einer neuen Brille. Je nach Angebot zahlen Sie bei einer Neuverglasung für die Gläser und dafür, dass der Optiker sie an die Fassung anpasst und einsetzt. Eine Komplettbrille kann deshalb günstiger ausfallen als erwartet. Umgekehrt sparen Sie den Kauf einer neuen Fassung, wenn die vorhandene weiterverwendet werden kann.
Das Einsetzen neuer Gläser in Ihre Fassung ist außerdem etwas anderes, als alte Gläser in ein neues Gestell umzusetzen. Beim Wechsel der Fassung passen Form und Maße der alten Gläser oft nicht zur neuen Fassung. Besonders bei Gleitsichtgläsern müssen die Sehbereiche und die Position vor den Augen zur neuen Fassung passen.
Wann die Fassung ungeeignet ist
Der Optiker prüft vor dem Auftrag, ob das Gestell die Bearbeitung verträgt. Risse, Verformungen, lockere Scharniere und beschädigte Fassungsränder sprechen gegen eine Weiterverwendung. Älteres Kunststoffmaterial kann spröde sein und beim Ausbau der bisherigen Gläser oder beim Einsetzen der neuen brechen. Eine feste Altersgrenze gibt es dafür nicht; entscheidend sind Zustand und Material der konkreten Fassung.
Auch die Bauart spielt eine Rolle. Randlose und teilrandlose Brillen werden anders montiert als Fassungen mit durchgehendem Rand. Bei einer randlosen Brille müssen die Befestigungen zum Glas und zu dessen Dicke passen. Zudem müssen Glasform und Glasstärke mit dem Gestell vereinbar sein. Bei stärkeren Korrekturen kann eine andere Fassungsform geeigneter sein, doch eine pauschale Grenze nach Dioptrien gibt es nicht.
Lassen Sie die Fassung deshalb vor dem Kauf neuer Gläser prüfen. So erfahren Sie, ob der Optiker sie bearbeiten kann und welches Bruchrisiko er bei Ihrem Gestell sieht.
So läuft die Neuverglasung ab
Zuerst bringen Sie die Fassung zum Optiker oder klären bei einem Versanddienst, wie Sie sie einsenden. Der Optiker beurteilt Zustand und Bauart. Danach werden die benötigten Sehwerte und die gewünschte Glasart festgelegt. Lassen Sie Ihre Sehwerte vor der Bestellung bestimmen, wenn sich Ihr Sehen verändert hat oder keine aktuellen Werte vorliegen.
Anschließend ermittelt der Optiker die Position der Gläser in der Fassung. Dazu gehören unter anderem der Abstand Ihrer Pupillen und bei vielen Gläsern die Höhe, in der die Gläser vor den Augen sitzen. Diese Werte legen fest, wo die Sehbereiche im Glas vor Ihren Augen liegen. Die Glasstärke allein reicht daher nicht aus, um passende Gläser auszuwählen.
Die neuen Gläser werden in die Form der Fassung gebracht, eingesetzt und anschließend kontrolliert. Lassen Sie dabei auch den Sitz der Brille prüfen. Bei einer Einsendung per Post sollten Sie vorab klären, wie die Fassung verpackt und versichert werden soll und was bei einem Schaden oder einem Bruch während der Bearbeitung gilt.
Was die Neuverglasung kostet
Ein Durchschnittspreis hilft Ihnen wenig, denn die Anbieter rechnen unterschiedlich ab. Entscheidend ist, ob der genannte Preis nur die Einarbeitung umfasst oder auch die Gläser. Hinzu kommen je nach Auswahl mögliche Extras und Versandkosten.
Optiker Staude nennt 25 Euro dafür, die Gläser an die Fassung anzupassen und einzusetzen. Für bestimmte Einstärkengläser von Hoya nennt der Anbieter Paarpreise ab 69 Euro. Zusammen sind das 94 Euro, bevor zusätzliche Optionen oder Versandkosten dazukommen. Das ist ein einzelnes Angebot und kein allgemeiner Marktpreis. Optik Marx berechnet 24,50 Euro pro Glas dafür, es in eine mitgebrachte Fassung einzupassen; die Gläser kosten extra.
Lassen Sie sich deshalb ein vollständiges Angebot für Ihre Sehstärke, Ihre gewünschte Glasart und Ihre konkrete Fassung geben. Fragen Sie nach dem Gesamtpreis und danach, ob Messung, Einarbeitung, Beschichtungen und Versand darin enthalten sind. Anbieterpreise können sich ändern.
Vor der Neuverglasung klären
Besprechen Sie vor der Bestellung, ob die Fassung für die neuen Gläser geeignet ist und welches Risiko der Optiker bei der Bearbeitung sieht. Fragen Sie außerdem, wie lange der Anbieter für die Bearbeitung braucht und wer die Versandkosten oder einen möglichen Schaden übernimmt. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter.
Fragen Sie auch, ob Ihre Sehwerte und die nötigen Messungen aktuell sind. Bei Gleitsichtgläsern ist die genaue Position vor den Augen besonders wichtig, weil unterschiedliche Sehbereiche im Glas untergebracht sind. Wenn die fertige Brille ungewohnt sitzt oder Sie damit nicht klar sehen, wenden Sie sich an den Optiker und lassen Sie Sitz und Zentrierung überprüfen.

