Zum Lesen müssen auch die Stärke der Gläser und ihr Sitz vor Ihren Augen passen. Bei einer Fertig-Lesebrille ist das nicht immer der Fall.
Sitz der Lesebrille prüfen
Setzen Sie die Brille auf und halten Sie den Kopf gerade. Die Fassung sollte bequem auf dem Nasenrücken aufliegen. Bei Fassungen mit Nasenpads sollen beide gleichmäßig anliegen, ohne punktuell zu drücken. Die Augen sollten durch den vorgesehenen Bereich der Gläser schauen.
Die Bügel dürfen an den Schläfen nicht einklemmen. Ihre Enden sollen hinter den Ohren Halt geben, ohne zu ziehen oder zu schmerzen. Beugen Sie sich anschließend nach vorn und schauen Sie nach unten: Rutscht die Brille dabei ständig, sitzt sie nicht stabil genug.
Achten Sie bei der Anprobe besonders auf diese Punkte:
- Liegt die Fassung bequem auf der Nase?
- Halten die Bügel, ohne an Schläfen oder Ohren zu drücken?
- Bleibt die Brille beim Vorbeugen an ihrem Platz?
- Können Sie durch den vorgesehenen Bereich der Gläser schauen?
Eine Fassung sitzt nicht automatisch sicher, wenn sie an den Schläfen sehr eng ist. Zu kurze oder zu enge Bügel können ebenfalls drücken. Lassen Sie eine Brille, die drückt oder rutscht, lieber fachgerecht anpassen, statt die Bügel selbst zu biegen.
Brillenmaße richtig einordnen
Auf vielen Brillenbügeln stehen drei Zahlen, zum Beispiel 50–20–145. Sie bezeichnen ungefähr die Glasbreite, die Stegbreite zwischen den Gläsern und die Bügellänge, jeweils in Millimetern. Vergleichen Sie diese Angaben am besten mit einer Brille, die Ihnen tatsächlich gut passt.
Ähnliche Zahlen erleichtern die Vorauswahl, sagen aber nicht sicher voraus, ob die Brille gut sitzt. Die tatsächliche Form des Nasenstegs, die Breite Ihres Gesichts und die Länge der Bügel spielen ebenfalls eine Rolle. Eine Fassung sollte grob zur Gesichtsbreite passen, doch starre Grenzwerte gibt es für die individuelle Passform nicht.
Nasensteg und Bügel prüfen
Bei Kunststofffassungen ist die Form des Nasenstegs besonders wichtig, weil sich dieser Bereich nachträglich schwieriger verändern lässt. Prüfen Sie deshalb schon beim Anprobieren, ob die Fassung gleichmäßig aufliegt und nicht auf der Nase nach vorn rutscht.
Metallfassungen haben häufig verstellbare Nasenpads, die sich anpassen oder austauschen lassen. Kunststofffassungen können dagegen eine größere Auflagefläche bieten, die das Gewicht breiter verteilt. Welche Variante angenehmer ist, hängt von der konkreten Fassung und Ihrer Nasenform ab.
Auch die Bügellänge beeinflusst den Halt. Zu kurze Bügel können die Fassung nach vorn ziehen; zu lange Bügel halten womöglich nicht sicher hinter den Ohren. Wenn die Brille an einer Stelle drückt, aber an anderer Stelle rutscht, kann eine Anpassung beim Augenoptiker den Sitz verbessern.
Passform und Sehstärke prüfen
Fertig-Lesebrillen haben in der Regel auf beiden Seiten die gleiche Stärke. Sie berücksichtigen damit keine Unterschiede zwischen den Augen und sind für gelegentlichen Bedarf gedacht. Eine gut sitzende Fassung sagt deshalb noch nichts darüber aus, ob Sie mit den Gläsern klar sehen.
Bei individuell gefertigten Gläsern wird auch berücksichtigt, wo die Gläser vor Ihren Augen sitzen. Dazu zählt der Abstand zwischen den Pupillen, damit Sie durch den passenden Bereich der Gläser schauen. Wenn Sie mit der Lesebrille nicht klar sehen oder Beschwerden auftreten, lassen Sie Ihre Augen und die Gläser prüfen. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind auch dann sinnvoll, wenn Sie eine Fertig-Lesebrille verwenden.







